Am Donnerstag, den 07. Mai 2009,
wird die B109 ab 10:00 Uhr für einen ganz besonderen
Transport gesperrt: drei Schwertransporter des Bundesheeres
werden unter Polizeieskorte anrollen, um mit einem
modernen Bergepanzer einen historischen T34-Kampfpanzer
und Panzerigel in ihre letzte, endgültige
Position neben der Bundesstraße am Wurzenpass
zu bringen. Aufstellungsort: km 6,93 mit Blickrichtung
ins Landesinnere, wo bis 1990 im Verteidigungsfall
der Abwehrkampf aus den österreichischen Bunkeranlagen
begonnen hätte.
Historischer Hintergrund: am 08. Mai 1945 ging
der blutige II. Weltkrieg endlich zu Ende. Aus
den Alliierten von damals wurden später die
Gegner in Ost und West: NATO und Warschauer Pakt
standen sich während des „Kalten Krieges“ jahrzehntelang
bis zum Fall des Eisernen Vorhangs quer durch Europa
feindlich gegenüber. Der III. Weltkrieg stand
vor der Tür und das kleine, neutrale Österreich
wäre im Zentrum des Kontinents dazwischen
gelegen. Seit 1955 hat sich daher das Bundesheer
in gegen Durchmarschpläne
vorbereitet. Dazu wurden an potenziellen „Militär-Transitrouten“ durch
die österreichische Landesbefestigung zur
"Raumverteidigung" unter anderem Bunker, Sperren
und Stellungen ausgebaut. So auch am Wurzenpass.
Wer
weiß heute,
dass der Raum Villach-Arnoldstein bis 1990 das
Hauptangriffsziel
der Ungarischen Volksarmee gewesen wäre – was
Archive heute offen legen?
Österreichweit einmalig können seit
2005 die jahrzehntelang geheimen, weitläufigen
Original-Bunkeranlagen und Stellungen im Bunkermuseum
am Wurzenpass öffentlich besichtigt werden.
Sie wurden zwischen 1960 und 1994 durch Baufirmen
und Soldaten mit großem Aufwand angelegt.
In den letzten Jahren wurde das Museumsareal umfassend
um- und ausgebaut: mittlerweile sind hier unter
anderem alle fünf Typen von fix verbunkerten
Panzertürmen, alle „ortsfesten“ Schartenwaffen
vom überschweren Maschinengewehr bis zur 15,5
cm schweren Feldkanone „Long Tom“ sowie
der einzige komplett eingebunkerte Kampfpanzer
T34 des Bundesheeres zu sehen.
Das „Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten“ ist
jedes Jahr von 09. Mai bis 26. Oktober jeweils
von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Mai/Juni
und September/Oktober: Mittwoch bis Sonntag; Juli/August
ganztägig).
Initiator und Betreiber des privaten Museumsprojekts
mit öffentlicher Unterstützung durch
die EU, den Bund, das Land Kärnten und die
Marktgemeinde Arnoldstein ist Mag.
Andreas Scherer.
Er war der letzte Kommandant jener 250 Milizsoldaten
der "Sperrkompanie
WURZEN", die hier auf 1.000
Meter Seehöhe
im Krisenfall die Grenze gesichert und im Angriffsfall
den Weg
ins Tal nachhaltig verteidigt hätten. Im „Zivilberuf“ ist
er als Miliz-Oberstleutnant seit Juni 2008 der
Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
im Bundesministerium für Landesverteidigung
und Sport. Die Motivation für sein „teures
Hobby“: „Im friedlich vereinten Europa
von heute sollen wir auch morgen nicht vergessen,
was gestern passieren hätte können – und
was uns allen erspart geblieben ist!“
Im Rahmen des umfassenden Projekts wurden bereits
2008 am Fuße und am Pass der B109 an drei
Stellen Kunstobjekte aus Panzerigeln auf Stahlpodesten
aufgestellt. Von den beiden Krastal-Künstlern
Mag. Michael Kos und Mag. Max Seibald konzipiert
erinnern die „QUERFELD-Objekte“ mit
ihren Aufschriften in Deutsch, Slowenisch und Italienisch
an das Miteinander und Gegenüber in der Dreiländereck-Region
A-SLO-I in der Zeit des „Kalten Krieges“.
Ab heuer neu sind auch Hinweisschilder an jenen
fünf Stellen entlang der B109, an denen das
Bundesheer mit vorbereiteten Sperren die Bundesstraße
mit Stahlelementen in Versenkschächten quer über
die Fahrbahn blockiert bzw. durch totale Absprengung
in Sprengröhren nachhaltig gesperrt hätte.
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