Am
Donnerstag, den 07. Mai 2009, wurde die Wurzenpass-Bundesstraße
B109 ab 10:00 Uhr für einen ganz besonderen
Transport gesperrt. Drei Schwertransporter des Bundesheeres
sind mit Polizei- und Militärstreifen-Eskorte
angerollt, um einen historischen T34-Kampfpanzer
und Panzerigel mit einem modernen Bergepanzer in
ihre letzte, endgültige Position neben der Bundesstraße
am Wurzenpass zu bringen. Aufstellungsort: km 6,93
mit Blickrichtung ins Landesinnere. Hier hätte
im Verteidigungsfall der Abwehrkampf aus jenen österreichischen
Bunkeranlagen begonnen, in denen seit 2005 das österreichweit
einmalige „Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten“ eingerichtet
ist.
Diese Aktion sorgte (erwartungsgemäß)
für großes Interesse: neben den
Radio-Durchsagen im Verkehrsfunk haben die zahlreichen
Beiträge
in den Tageszeitungen (u.a. Kurier, Kleine
Zeitung,
Kärntner
Tageszeitung und Kronenzeitung),
im Hörfunk und im Fernsehen eine
optimale Bewerbung des Museumsprojekts zum Saisonbeginn
2009 gebracht.
Der T34 soll als Mahnmal daran erinnern, dass
sich das Bundesheer seit 1955 gegen Durchmarschpläne
vorbereiten musste. Während des „Kalten
Krieges“ standen sich Ost und West jahrzehntelang
bis zum Fall des Eisernen Vorhangs quer durch Europa
feindlich gegenüber. Der III. Weltkrieg stand
vor der Tür und das kleine, neutrale Österreich
wäre im Zentrum des Kontinents dazwischen
gelegen. Dazu wurden an potenziellen „Militär-Transitrouten“ durch
die österreichische Landesbefestigung zur "Raumverteidigung" unter
anderem Bunker, Sperren und Stellungen ausgebaut.
So auch am Wurzenpass. Wer weiß heute, dass
der Raum Villach-Arnoldstein bis 1990 das Hauptangriffsziel
der Ungarischen Volksarmee gewesen wäre – was
Archive heute offen legen?
Seit seiner Aufstellung hat sich der Stahlkoloss
zu einem regelrechten Magneten entwickelt: laufend
halten Fahrzeuge an und Kameras werden gezückt,
um Fotos von Schaulustigen mit diesem einmaligen
Motiv zu schießen. Rollen wird der dieser Panzer nie mehr: Spezialisten
des Heereslogistikzentrums Klagenfurt haben sein
Laufwerk nachhaltig blockiert und die Einstiegsluken
verschweißt.
Neu sind auch Hinweisschilder an jenen fünf
Stellen entlang der B109, an denen das Bundesheer
mit vorbereiteten Sperren die Bundesstraße
mit Stahlelementen in Versenkschächten quer über
die Fahrbahn blockiert bzw. durch totale Absprengung
in Sprengröhren nachhaltig gesperrt hätte.
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