Im Rahmen ihrer Ausbildung analysieren derzeit 18
Architekturstudenten der Technischen Universität Graz im laufenden
Sommersemester 2005 das Bunkerareal am Wurzenpass – und entwerfen
jeweils ein Museumsprojekt.
Möglich wurde dieses – für alle Beteiligten außergewöhnliche
und interessante - Vorhaben durch eine Kooperation zwischen dem Leiter
des Instituts für Architekturtheorie
und Baukunst, Ao.Univ.-Prof.
Mag.arch. Dr.techn. Architekt Peter Schurz und dem Projektleiter.
Am Beginn der Lehrveranstaltung Entwerfen5 stand die theoretische
Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung. Ende April folgte eine
Exkursion auf den Wurzenpass. Die Studenten konnten sich dabei vor
Ort ihr eigenes Bild vom Areal und den Bunkern machen – und
die ersten Skizzen für ihre Visionen von einem Bunkermuseum
zu Papier bringen.
Nun arbeiten sie an den Entwürfen, die schon mit Spannung erwartet
werden. Natürlich werden die individuellen Ergebnisse auch so
bald als möglich auf dieser Homepage vorgestellt werden...
Die Aufgabenstellung und Struktur der Lehrveranstaltung
E5
(Entwerfen5; Schurz SS05):
1. Teil: Analyse der „Bunkeranlagen
Wurzenpass“
Die Bunker am Wurzenpass - bisher eine geheime und
verschlossene Anlage. Das E5 Seminar ermöglicht
die Studie der Raportspläne im Speziellen –
Lage und Ort als strategische Disziplin vor Ort. Untersucht
werden einzelne Parameter. Die Bunkerbauten allgemein
sind anspruchsvoll, individuell was ihre Planung betrifft.
Zufahrten, Eingänge und Zirkulationen im Inneren
sind komplex angelegt. Programm und Funktion, Baustruktur
und Elemente, natürlich die Materialien spielen
bei dem Typ „Sperren und Werke“ die wesentliche
Rolle.
Panzerabwehrkanonen und Fliegerabwehrbunker veränderten den
Bauplatz – verformten die Landschaft und veranlassten die Natur
zu roden. An Beispielen von Bunkermuseen aus verschiedenen Ländern
der Erde werden Entwurfsaspekte individuell analysiert – und
später im eigenen Projekt „Arbeitstitel“ BUNKERMUSEUM
WURZENPASS erprobt.
2. Teil: Entwurf „Intervention am Wurzenpass“
Die gewonnen Erkenntnisse der individuellen Analyse werden im eigenen
Projekt umgesetzt. Der Arbeitstitel „Bunkermuseum“ dient
nicht der Verharmlosung oder gar Verherrlichung von Waffen, Soldaten
und Krieg. Die nüchterne Darstellung soll zeigen – was
der ehemaligen Sperrtruppe erspart geblieben ist! „Vorgebaute“ Entwurfsaspekte
verlangen besondere Konzentration um die neuen Funktionen des zukünftigen
Objektes unterzubringen und dennoch dem Diktat der Bunker zu trotzen.
Auf diese Art werden die „Neuen-Alten Sperren“ ihrer
ursprünglichen Konnotation enthoben, und zur eigenen Welt
am Spielfeld der Baukunst.
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