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Im "Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten" sind in
einer einmaligen Zusammenstellung alle Waffensysteme mit je einem
Exemplar zu sehen, die in Österreich zwischen 1955 und 2005
verbunkert waren. Auch mobile Panzer- und Fliegerabwehrwaffen
und Granatwerfer der ehemaligen Sperrtruppe sind
hier auf- und ausgestellt. Sogar ein Jagdpanzer KÜRASSIER
(vier davon waren für die Verteidigung am Wurzenpass vorgesehen)
rundet die aktuelle
Präsentation ab.
All diese musealen Waffensysteme sind natürlich völlig
funktionsunfähig. Sie werden im eingezäunten und aufwändig
alarmgesicherten Museumsareal sorgfältig verwahrt und sind
teilweise in extra errichtete Schauobjekte fix eingebaut. Das
umfasst nicht nur klassische Militärwaffen, sondern auch
eine Reihe verschiedenster anderer Objekte.
In Österreich braucht man allerdings auch als Museumsbetreiber
eine Ausnahmebewilligung nach dem Waffengesetz 1996, wenn man
völlig funktionsunfähiges, nachhaltig unbrauchbar gemachtes,
ehemaliges Kriegsmaterial ausstellen will.
Paradox und so nur in Österreich üblich: solche demilitarisierten
Museumsobjekte werden - obwohl völlig funktionsunfähig
- rechtlich behandelt, wie eine scharfe Waffe. Konkretes Beispiel:
ein gemäß amtlichen Vorgaben unbrauchbar gemachter,
fix verbunkerter Panzerturm CENTURION mit Kanone wird mit seinen
13,5 Tonnen vom Waffengesetz gleich behandelt, wie eine kleine
Pistole, die unter jedem Sakko versteckt ihren Platz findet.
Aus dieser Situation ergibt sich die Problematik der
aktuellen Attacke auf das Bunkermuseum aus dem Darabos-Ministerium: mit
höchst dubioser Begründung hat die dafür zuständige
Rechtsabteilung des BMLVS dem Projektbetreiber mit
einem 21seitigen
Bescheid in einem fragwürdigen
Verfahren alle zuvor zwischen 2001 und 2008 erteilten Bewilligungen
für die Museumswaffen entzogen. Gleichzeitig hat sie ihn
aufgefordert, binnen 14 Tagen das gesamte Material abzuliefern
oder der Behörde zu übergeben. Das "gesamte
Material" (zwischen 2005 und 2008 von BMLVS-Personal angeliefert)
hat aber ein Gesamtgewicht von rund 162 Tonnen! Gegen diesen
Bescheid läuft eine Beschwerde
beim Verwaltungsgerichtshof - aber das dauert.
So hat der Projektbetreiber bis auf weiteres die Schlüsselgewalt über
das Museumsareal an das Militärkommando Kärnten übergeben.
Es laufen verschiedenste Bemühungen, bis zur Eröffnung
der Saison
2011 am 08. Mai dieses Jahres eine Lösung zu finden...
die Zeit drängt!
Allerdings hat dieselbe Rechtsabteilung des BMLVS das
Heeresgeschichtliche Museum (HGM) als Leihgeber der musealen
Waffen angewiesen, den Projektbetreiber mit Schreiben
vom 22. Jänner 2011 zur "unverzüglichen
Rückführung" des "gesamten Materials" auf
eigene Kosten aufzufordern: das kostet bei einem Gesamtgewicht
von rund 162 Tonnen nach erster Berechnung gemäß Kostenvoranschlag rund € 276.000.-.
Und das wäre sein Privatkonkurs und das Ende des Bunkermuseums,
wie es zuvor seit 2005 mit dem BMLV(S) gemeinsam aufgebaut
wurde...
Das macht dem Minister Darabos aber nichts: auf ein dringendes
Bittschreiben des Projektbetreibers hat nicht einmal
er, sondern seine Rechtsabteilung mit einem Schreiben geantwortet,
das in der Gesamtschau mit dem von ebendort beauftragten HGM-Schreiben mehr
als befremdlich wirken muss.
Welche Zusammenhänge und Motive stecken tatsächlich
dahinter? Kann es sein, dass es Weisungen aus dem Minister-Kabinett
unter Kammerhofer wegen
dem letzten
Akt gibt, den der Projektbetreiber als
ehemaliger Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des BMLVS
und Mitarbeiter des von Darabos abgesetzten
Generalstabschefs General Mag. Entacher geschrieben hat?
Die Entacher-Absetzung kam fast zeitgleich mit dem HGM-Schreiben...
nur ein Zufall?
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