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Idee und Ziel des Bunkermuseums: Seit
dem Fall des Eisernen Vorhangs werden alle ehemaligen
Bunker
und
Sperren der Landesbefestigung Österreichs aus
dem Kalten Krieg geschliffen und verkauft; mit ihnen
gehen Objekte eines wichtigen Teils unserer jüngsten
Zeitgeschichte und damit dieser Aspekt unserer Zeitgeschichte
selbst verloren. Als Beispiel für alle anderen
Anlagen aus dem Kalten Krieg und der Raumverteidigungsära sollten
wenigsten am
Wurzenpass die Bauten der ehemaligen Landesbefestigung
mit ihren vorbereiteten Bunkern, Sperren und Kampfstellungen
im Originalzustand erhalten bleiben. Mit zusätzlichen
Schauobjekten und aufbereiteter Information ergänzt
sollen sie im Rahmen des Bunkermuseums der breiten Öffentlichkeit
als zeithistorisches Dokument zugänglich gemacht
werden - und bleiben. Konkret sollten auch alle Waffensysteme,
die zwischen 1955 und 2005 verbunkert waren und die
bei der Sperrtruppe verwendet wurden, auf- und ausgestellt
sein. Doch wie kam es zur Projektidee?
Das "Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten" ist
im 11.400 m² großen Areal der ehemaligen
Sperrstellung des Bundesheeres am Wurzenpass mit
seinen sieben Bunkern im eingezäunten Kernareal,
zahlreichen Kampfstellungen und weitläufigen,
teils tunnelartigen Verbindungsgräben eingerichtet.
Diese österreichweit größte zusammenhängende
Verteidigungsanlage wurde im Kalten Krieg ab 1963
errichtet und bis 1995 immer weiter ausgebaut. Hier
hätten die 250 Milizsoldaten der "Sperrkompanie
WURZEN/73" im Rahmen der Raumverteidigungsdoktrin
im Krisenfall die Staatsgrenze zum ehemaligen Jugoslawien
sichern und im Verteidigungsfall einen Durchstoß von
Angreifern aus dem Süden Richtung Villach/Arnoldstein
möglichst lange verhindern sollen. 1968 (Niederschlagung
des Prager Frühlings) und 1991 (Sicherungseinsatz
während YU-Bürgerkrieg in Slowenien) war
die Anlage im realen Einsatz besetzt.
Der Projektbetreiber war
hier nach dem Beginn seiner Milizoffiziersausbildung
als Einjährig Freiwilliger 1986/87 ab 01. Oktober
1987 selbst für den Einsatz vorgesehen. Zuerst
als Kommandant einer Panzerabwehrkanonengruppe in
Fester Anlage ("Bunker" W3), dann als Kommandant
des I. Sperrzuges (= alle Kräfte und Anlagen
im heutigen Museumsareal) und schließlich -
bis zu ihrer Auflösung 1994 - als Kommandant
der gesamten "Sperrkompanie
WURZEN/73".
Das war auch sein persönlicher Hintergrund
und seine Motivation für das Museumsprojekt.
Begonnen hat alles mit einem zufälligen Gespräch
im November 1999: er war damals an der Landesverteidigungsakademie
in Wien der Leiter eines Ausbildungsganges für
Informationsoffiziere, als sich einer seiner Kursteilnehmer
als für den Rückbau der Landesbefestigung
in Kärnten mitverantwortlicher Unteroffizier
vorstellte. Auf die Frage, was denn mit den Anlagen
am Wurzenpass passieren würde, wo der heutige
Projektbetreiber ja früher der letzte Kommandant
war, kam die Antwort: "Die verbunkerten
Panzertürme werden ausgebaut und dann wird das
Areal wohl verkauft werden".
Blitzartig war die „Projektidee Sperrtruppen-
und Landesbefestigungsmuseum“ geboren… gedacht
- getan... gleich noch einen Museumsverein gegründet
und der Rest ist Bunkermuseumsgeschichte: zuerst
hat der Projektbetreiber das Grundstück mit
den Bunkeranlagen 2002 für das Museumsvorhaben
gepachtet. Dann begann der umfassende, schrittweise
Um- und Ausbau zum Museumsareal zwischen 2005 und
2010.
Von einem beachtlich breiten
medialen Echo begleitet hat das einmalige Museum
seit der Eröffnung
am 26. August 2005 mehr als 22.500 BesucherInnen
aus dem In- und Ausland begeistert. Das Unterrichtsministerium
hat mit Bescheid
BMUKK-22.600/0053-IV/1/2007 vom 31.
März 2008 sogar amtlich festgestellt, dass
das "Bunkermuseum Wurzenpass/Kärnten" von
gesamtösterreichischer Bedeutung ist.
Neben allen privaten Ersparnissen und Einkünften
des Projektbetreibers und großzügigen öffentlichen Subventionen
und Sponsoren im Sinne der Projektidee kamen
dabei (nach einer Unterstützungszusage des damaligen
Generalstabschefs General Mag. Ertl im Jahre 2003)
auch Soldaten und Zivilbedienstete des Bundesheeres
auf Weisung des BMLV(S) im gemeinsamen Interesse
zum Einsatz. Schließlich konnte der Projektbetreiber
das Grundstück 2009 ankaufen. Das alles sorgte
natürlich auch für Gerüchte... |