"Kronen Zeitung" vom 10.10.2007 Seite: 16 O.Ö., Morgen Bienenstock statt Kampfpanzer (VON JOHANN HAGINGER) Letzte Relikte des "Kalten Krieges" verschwinden aus Oberösterreichs Landschaft: Edle Weine oder emsige Nektarsammler statt einbetonierter Kampfpanzer. In Oberösterreich verschwinden die letzten Relikte des "Kalten Krieges", werden die einstigen geheimen Wehranlagen aufgelassen und unschädlich gemacht. So wurde gestern, Dienstag, aus einem Bun- ker bei Mauthausen der alte Russenpanzer vom Typ T-34 ausgebaut. 500 geheime Bunker aus einem Meter dicken Stahlbeton waren in den Sechzigerjahren österreichweit gebaut worden, 72 davon an strategischen Plätzen in Oberösterreich. 54 der Wehranlagen im Mühlviertel und Salzkammergut wurden mit Kanonen bestückt, darunter 19 mit dem russischen T-34-Kampfpanzer. Mit diesen Anlagen sollten einmarschierende Armeen aufgehalten werden. Da ein solches Kriegsszenario aber nunmehr unwahrscheinlich ist, werden diese geheimen Anlagen seit 1998 rückgebaut. In Mauthausen wurde nun derletzte Russenpanzer entfernt, derzeit besitzt das Bundesheer in Oberösterreich noch 15 mit "Centurion" bestückte Bunker. Die entschärften Anlagen werden privaten Nutzern aus der Landwirtschaft verkauft. Einige dienen nun als Weinlager, ein Bunker bei Bad Ischl als Bienenstock und einer am Wurzenpass (Kärnten) als Bunkermuseum - dorthin kommt auch der Panzer aus Mauthausen.