Die Ausbildung hat unter
den spezifischen österreichischen Bedingungen
einer allgemeinen Wehrpflicht in einem Heer mit
starker Milizkomponente eine besondere Bedeutung:
Erst durch die Ausbildung wird der Staatsbürger
zum Wehrbürger, erst durch
die Ausbildung können
Waffen zur Verteidigung eingesetzt
werden, erst durch die Ausbildung können Truppen gebildet
werden, die entweder ständig oder rechtzeitig
einsatzbereit sind.
Der Ausbildungsablauf bei der Truppe umfaßt
daher im wesentlichen die Einzelausbildung, die Teamausbildung
und die staats- und wehrpolitische Bildung.
Die Einzelausbildung soll den Soldaten zum Einzelkämpfer
heranbilden, ihm die Oberlebensfähigkeit auf
dem Gefechtsfeld und Einzelverrichtungen für
bestimmte Funktionen lehren.
Die Teamausbildung soll den Soldaten in die kleinen
Kampfgemeinschaften (Trupp, Gruppe, Besatzung, Bedienung)
eingliedern, danach militärische Funktionseinheiten
(Jägerzug, Granatwerfergruppe) heranbilden und über
ihr Zusammenwirken in die Kompanieausbildung bis
zur Verbandsausbildung führen. (Wie kämpfen)
Die staats- und wehrpolitische Bildung ist eine
persönlichkeitsformende
Bildungsarbeit, die auf Vermittlung von Wertvorstellungen,
Sachwissen und Haltungen abzielt und die die Aufgabe
und Bedeutung jedes einzelnen im Rahmen der Umfassenden
Landesverteidigung bewußt macht, deren Ziel
die Bewahrung eines Friedens in demokratischer Freiheit
ist. (Wofür kämpfen)
In der gesamten Ausbildung
ist es wesentlich, daß Einzelausbildung, Teamausbildung
und die staats- und wehrpolitische Bildung nicht
getrennt erfolgen, sondern ineinander übergehen
und damit übergreifend, ergänzend und sich
gegenseitig verstärkend verlaufen. Durch die Ausrichtung auf eine bestimmte militärische
Funktion und durch die Dauer der Ausbildung unterscheidet
sich die Ausbildung der Grundwehrdienstsoldaten und
der Kadersoldaten. Trotz dieser Unterschiedlichkeit
sind die Ausbildungsgänge als Einheit zu sehen,
da nur im Zusammenwirken der einzelnen Funktionen
eine ausreichende ausbildungsmäßige Einsatzbereitschaft
einer Truppe zu erreichen und zu halten ist.
Da die Milizsoldaten den Großteil des Gesamtheeres
stellen, kommt der Milizausbildung besondere Bedeutung
zu. Nach Ableistung ihres Grundwehrdienstes bzw.
ihres freiwillig verlängerten Grundwehrdienstes
werden sie grundsätzlich im Abstand von zwei
Jahren zu Truppenübungen einberufen, die dem
Zusammenwirken in der Kampfgemeinschaft, der Festigung
und Erhöhung des Ausbildungsstandes sowie allenfalls
der Umschulung auf neue Waffen dienen. Der Zusammenführung
des Milizkaders und ihrer Milizsoldaten während
dieser Truppenübungen kommt eine entscheidende
Aufgabe zu, da diese Truppen nur in dieser so wichtigen
Zeit gemeinsam üben können.
Diese Truppenübungen sollen durch eine freiwillige
Milizarbeit vorher, während und nachher begleitet
werden.
Die Milizausbildung dient der Aufstellung von rechtzeitig
einsatzbereiten Truppen, die in den mobilen Jägerbrigaden
und in den raumgebundenen Landwehrbataillonen und
Sperrtruppen organisiert sind.
Die Milizausbildung beginnt im 6monatigen Grundwehrdienst,
findet vor allem in den Kader- und Truppenübungen
statt und wird ergänzt durch freiwillige Waffenübungen
und durch freiwillige militärische Fortbildung.
Die Dauer der Milizausbildung ist zeitlich und inhaltlich
sehr unterschiedlich und von der jeweiligen Verwendung
bestimmt.
Der Milizkader (Chargen, Unteroffiziere, Offiziere)
wird aufgrund freiwilliger Meldung gebildet, ergänzend
dazu können 12% eines Geburtsjahrganges zu Kaderübungen
verpflichtet werden.
„
Milizsoldaten"
- 6 Monate Grundwehrdienst
- und 60 Tage Truppenübungen;
„
Milizchargen"
- 6 Monate Grundwehrdienst (mit vorbereitender Kaderausbildung)
- und bis zu 30 Tagen Kaderübungen
- und 60 Tage Truppenübungen;
„
Milizunteroffiziere"
- 6 Monate Grundwehrdienst (mit vorbereitender Kaderausbildung)
- und bis zu 60 Tagen Kaderübungen
- und 60 Tage Truppenübungen;
„
Milizoffiziere"
- 12 Monate Grundwehrdienst (als Einjährig Freiwilliger)
- und bis zu 90 Tagen Kaderübungen
- und 60 Tage Truppenübungen.
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